Als General im Ersten Weltkrieg erwarb vor allem Ulrich Wille anhaltende nationale Bekanntheit. Doch bereits seine Eltern, die Schriftstellerin Eliza Wille (geb. Sloman, 1809–1893) und der Publizist und liberale Politiker François Wille (1811–1896), waren in der Zürcher Oberschicht eng vernetzt.
Nach dem Scheitern der deutschen Märzrevolution emigrierte das Ehepaar von Hamburg in die Schweiz und liess sich auf dem Gut Mariafeld am Zürichsee nieder. Bald etablierte sich dort ein kultureller Treffpunkt für illustre Gäste aus Kunst, Kultur und Wissenschaft, darunter Conrad Ferdinand Meyer, Georg Herwegh und Theodor Mommsen.
Auch Richard Wagner fand hier in der Zeit seines Zürcher Exils einen Ort des Austauschs, an dem er neue Kompositionen und Dichtungen vortrug und sich im Kreise der Gäste mit der zeitgenössischen Literatur beschäftigte.
Prof. Dr. Cord-Friedrich Berghahn gibt in seinem Vortrag einen Einblick in die künstlerischen und intellektuellen Netzwerke Richard Wagners in Zürich, in das auch Eliza und François Wille eingebunden waren, und geht der Frage nach, welchen Einfluss Wagners Lektüren auf sein Schaffen hatten.
Cord-Friedrich Berghahn ist Professor für Neuere deutsche Literatur an der Technischen Universität Braunschweig, Präsident der Lessing-Akademie und des Israel-Jacobson-Netzwerks sowie Hauptherausgeber der Germanisch-Romanischen Monatsschrift. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der deutsch-jüdischen Aufklärung, der Literatur und Kultur der Goethezeit sowie in den Wechselbeziehungen von Dichtung und Musik.
Die Veranstaltung ist Teil der Vortragsreihe und Pop-up-Ausstellung «Bilder einer Familie. Vier Generationen Wille und Schwarzenbach», die vom 2. bis 31. März im Lesesaal der ZB gezeigt wird. Die Teilnahme am Vortrag ist kostenlos. Um Anmeldung wird gebeten.
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50 verfügbar
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Zürich
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