Mit diesem Vortrag wird das Bild von Robert S. Gessner als Künstler ergänzt und erweitert: sein Archiv gibt Einblick in zahlreiche andere Facetten seiner Persönlichkeit: Als Grafiker, Lehrer, Reisender, Leserbriefschreiber, Nachbar, Freund und Sohn.
Der Grafiker Gessner gestaltete Bücher, Inserate, Verpackungen, Schaufenster, Ausstellungen und vieles mehr für kommerzielle Auftraggeber. Doch auch gestalterische Entwürfe für Theater-Kostüme, Marionetten und Bühnenbilder finden sich in Gessners Archiv.
Wie Zeitkapseln lesen auch viele erhaltene Briefe. Mit Künstlerfreunden wie Max Bill, Richard Paul Lohse, Max Frisch, Waria Honegger-Lavater stand er in Kontakt, oft freundschaftlich, zuweilen aber auch angriffig und mit gespitzter Feder. Von Kurator*innen wie Helen Bitterli (Strauhof Zürich) oder Rudolf Koella (Kunstmuseum Winterthur) finden sich ebenso Schreiben wie von den Stadtpräsiden Emil Landolt oder Sigi Widmer. Bei der Lektüre reist man gedanklich in die 40er, 50er und 60er Jahre zurück und spürt förmlich Zeit, in der moderne Ansichten heftig verteidigt werden mussten.
Auch private Dokumente vervollständigen das Bild und Verständnis von Gessner. Genealogische Unterlagen, Skizzen und Fotos seines Freundeskreises, oder auch ein aufgeregter Briefwechsel mit seinem Vermieter lassen eine Person wahrnehmbar werden, die ebenso herzlich wie enthusiastisch und kämpferisch sein konnte.
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